Vitamine für Hunde, welche und wieviel Vitamine brauchen Hunde

Das Wort Vitamine kommt aus dem Lateinischen – das Wort vita bedeutet das Leben. Ohne Vitamine können die Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette von einem Körper nicht verwertet werden. Die Körper unserer Tiere können die meisten Vitamine nicht selbst herstellen, deshalb müssen sie diese aus dem Futter und/oder über Nahrungser- gänzungsmittel beziehen.

Was machen die Vitamine im Körper? Jeden Tag laufen in einem Körper Millionen biochemische Reaktionen ab. Diese Reaktionen werden von Enzymen (Enzym = Katalysator/Beschleuniger) gesteuert. Hier unterstützen die Vitamine als Co-Enzym die Abläufe im Körper. Vitamine sind notwendig für Wachstum, zur Energiegewinnung, für die Gefühle und Sinneswahrnehmungen, für die Verdauung, die Entgiftung und Ausscheidung und letztendlich für die Abwehr von Krankheiten. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze nicht genügend Vitamine zu sich nehmen, kann dieses für die Tiere katastrophale Folgen für deren Gesundheit haben.

Wir unterscheiden in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Fettlösliche Vitamine:

Vitamin A für den Hund:

Ausreichende Versorgung für den Hund sind 4.000 bis 6.500 IE, täglich ungenügende Versorgung sind weniger als 3.000 IE. Vitamin A ist in Leber, Milch, Fischöl und Eigelb enthalten. Der Körper speichert dieses Vitamin in der Leber – extrem hohe Gaben an Vitamin A können toxisch (giftig/tödlich) sein. Der Vorläufer des Vitamin A ist das Beta Carotin, welches sich in farbigen Früchten und Gemüsen befindet. Der Körper ist in der Lage das Beta Carotin (Provitamin A) in Vitamin A um zu wandeln und zwar genau die Menge, welche er benötigt. Vitamin A ist für eine gute Haut und die Nachtsicht der Tiere notwendig. Mangelsymptome sind trockene, schuppige Haut, Akne und Aphten (Bläschen im Maul). Hinzu kommt noch eine Infektionsanfälligkeit und die Gefahr der Erkrankung am Grauen Star.

Ein Mangel an Vitamin A führt zu Wachstumsstörungen, einer erhöhten Anfälligkeit für infektiöse Krankheiten und einer Störung am Knochenwachstum. Andererseits können langfristig überhöhte Vitamin-A-Gaben Gesundheitsstörungen verursachen (geringe Gewichtszunahme, Übererregbarkeit, Abbau von Knochensubstanz, Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Blut), Frakturneigungen (Knochenbrüche).Zu hohe Dosen an Vitamin A führen zu Knochenzubildungen auf den Wirbelknochen der Wirbelsäule. Vitamin A darf nicht 15.000 bis 30.000 IE pro Kilogramm Körpermasse überschreiten. Längeres Kochen, Sauerstoff und Licht zerstören es völlig. Bei gewöhnlichem  Kochen sinkt der Gehalt des Vitamin A um ein Drittel.

Vitamin D für den Hund:

Vitamin D wird zur Knochenbildung und zur Kalzium/Phopsphor-Verwertung benötigt. Hunde im Wachstum brauchen täglich maximal 20 IE (Internationale Einheiten)Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht. Bei suboptimalem Kalziumangebot (Unterversorgung mit Kalzium) nimmt der Bedarf an Vitamin D zu. Für ausgewachsene Hunde reichen 10 IE Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aus. Das aus Pflanzen stammende Vitamin D2 hat beim Hund eine annähernd gleichgroße Wirkung wie das im tierischen Körper vorkommende Vitamin D3.

Während der Laktation (Stillzeit) und Gravidität (Schwangerschaft) sollte die doppelte Menge zugeführt werden. Eine Überversorgung mit Vitamin D begünstigt einen überhöhten Gehalt an Kalzium und Phosphor im Blut, es besteht die Gefahr von Gefäßverkalkungen, blutigen Diarrhöen (Durchfällen) usw. Die Überdosierung von Vitamin D fördert die Verkalkung im gesamten Körper: Verkalkungen der Blutgefäße und der großen Gelenke. Eine frühzeitige Gefäß- verkalkung kann in der Folge Nierenversagen, Stoffwechselprobleme aller Organe, Herzschwäche, Arthrosen auslösen. Nach langfristiger täglicher Zufuhr von 10.000 IE Vitamin D3 pro Kilogramm Körpermasse wurden Nierenverkalkungen beobachtet. Selbst bei therapeutischen Maßnahmen sollte das 10-fache des Normalbedarfs nicht überschritten werden.

Vitamin E für den Hund:

Das Vitamin E befindet sich in Nüssen, Oelen, Samen und in Getreiden. Das Vitamin E schützt fettlösliches Gewebe im Körper vor Oxidation. In dieser Funktion schützt es ebenfalls vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vitamin E unterstützt die Energieproduktion und hilft den Muskeln und Nerven mit weniger Energie zu funktionieren.

Der Vitamin-E-Bedarf variiert insbesondere von der gleichzeitigen Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren. Wachsende Welpen brauchen 0.6 mg Vitamin E täglich pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Menge benötigen sie, um eine normale Entwicklung zu haben. Bei tragenden und laktierenden Hündinnen liegt der Bedarf höher. Typische Vitamin-E-Mangelzustände wurden bisher unter praktischen Bedingungen selten beobachtet. Zentralnervöse Störungen und Rethinopathien (Schädigung eines Auges am Glaskörper) sind die Folgen von einer Unterversorgung mit Vitamin E. Eine Überdosierung bringt Schwindelzustände, Übelkeit und Muskelschwäche.

Die Toleranz des Hundes gegenüber Vitamin E ist hoch – es wurden keine Komplikationen bei einer Überdosierung beobachtet. Licht ist der größte Feind dieses Vitamins. Starke Hitze und Sauerstoff vermindern den Gehalt im Hundefutter. Beim starken Erhitzen bleiben nur die Hälfte des Vitamingehaltes übrig.

Vitamin K für den Hund:
Vitamin K ist für die Ptothrombinbildung (Blutblättchen) sowie für die Produktion anderer Blutgerinnungsfaktoren nowendig. Ein Mangel verzögert die Blutgerinnung, in schweren Fällen treten Blutungen auf.Vitamin K kann im Darm gebildet werden, der Hund ist nicht ausschließlich auf eine exogene Zufuhr angewiesen. Vitamin K ist in Fischmehl, Leber und Grünfutter enthalten. Ein Mangel an Vitamin K kann nach einer Antibiotika- oder Sulfonamid-Behandlung auftreten. Diese Behandlungen schädigen die Darmsflora, welche für die Bildung von Vitamin K zuständig ist. Beim Vitamin K handelt es sich um ein besonders robustes Vitamin, es kann nur durch Licht geschädigt werden.

Wasserlösliche Vitamine:

Vitamin B1 (Thiamin) für den Hund:
Vitamin B spielt eine zentrale Rolle beim Ablauf des Stoffwechsels. Eine tägliche Zufuhr von 20 Mikrogramm ist für den Hund ausreichend. Bei Junghunden und Zuchttieren liegt der Bedarf höher. Mangel an Vitamin B1 führen zu Freßunlust, Koprophagie (Kotfressen), nervösen Erscheinungen (Sternguckerkrankheit, Nachhandlähmung), Krämpfen und Kreislaufstörungen.

Vitamin B2 (Riboflavin) für den Hund:

Dieses Vitamin ist an der Wasserstoffübertragung beteiligt. Es ist in Milch, Hefe, Leber, Lunge und im Vormagen enthalten. Unter normalen Umständen wurden bisher keinerlei Vitamin B2-Mängel diagnostiziert. Vitamin – B2 – haltige Lebensmittel sollten dunkel und kühl gelagert werden. Auch diesem Vitamin schaden Licht und Hitze. Beim Garen muß mit einem Verlust von ca. 50% gerechnet werden.

Vitamin B6 für den Hund:

Das Vitamin B6 ist für den Stoffwechsel der Aminosäuren und Eiweiße unentbehrlich. Bei einem Mangel an diesem Vitamin kann es zur Bildung von Oxalatsteinen (Art der Nierensteine) im Urin kommen. Eiweißreiche Rationen sowie ein Mangel an essentiellen Fettsäuren steigern im allgemeinen den Vitamin B6-Bedarf. Ein Mangel an Vitamin B6 führt zu Appetitlosigkeit, einem gestörten Wachstum, es kann sogar eine Anämie auftreten. Der tägliche Bedarf an Vitamin B6 für ausgewachsene Hunde ist 20 Mikrogramm, für wachsende und reproduzierende Hunde sollte man 60 Mikrogramm täglich pro Kilogramm Körpergewicht veranschlagen. Die meisten Futtermittel weisen ausreichende Mengen an Vitamin B6 auf, so dass Mangelerscheinungen nicht zu erwarten und auch in der Praxis nicht bekannt geworden sind. Vitamin B6 verträgt weder Hitze noch Licht. Beim normalen Garprozess gehen ca. 40% verloren.

Vitamin B12 (Kobalamin) für den Hund:

Vitamin B12 kommt nahezu in allen Körperzellen vor und ist für die Zellteilung wichtig. Deswegen machen sich Mängel an Vitamin B12 in den Knochenmarkzellen, wo die Erythropoese (Bildung von roten Blutkörperchen) statt findet, bemerkbar. Störungen des Dünndarms, des Magens, der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) oder verstärkte bakterielle Besiedlungen des Darms führen zu einem Mangel an Vitamin B12. Gesundheit und Wachstum des Hundes wird schon mit 0.5 Mikrogramm Vitamin B12 gesichert, wachsende Hunde kommen auf 1 Mikrogramm täglich pro Kilogramm Körpergewicht. Das Vitamin B12 kommt nur in Futtermitteln tierischer Herkunft vor, insbesondereaus der Leber. Eine Ergänzung ist stets bei rein vegetarischen Rationen angezeigt. Ist das Tier ein Vegetarier, sollte Vitamin B12 zugeführt werden. Das Vitamin B12 wird auch von Hitze, vom Licht und durch Sauerstoff zerstört. Deswegen sollten gut schließende Behälter zur Aufbewahrung unter Kühlung benutzt werden.Eine ständige Zufuhr von Vitaminen der Gruppe B belastet die Leber, da diese dort gespeichert und je nach Bedarf wieder freigesetzt werden. Die Zugabe dieserVitamine ist bei gesunden Tieren mit einer normalen Darmflora deswegen unnötig.

Vitamin C für den Hund:

Dieses Vitamin wird in ausreichender Menge in der Leber oder den Nieren des Hundes synthetisiert (hergestellt). Daher ist eine Zufuhr über das Futter im Allgemeinen nicht nötig. Bei stark geforderten Schlittenhunden hat sich eine temporäre Zugabe von Vitamin C - 60 – 80 mg pro Kilogramm Körpermasse – bewährt, gleichfalls auch bei Infektionen, Lebererkrankungen oder nach Operationen. Eine Zufuhr von Vitamin C bei gesunden Tieren führt zu Depressionen der phagozytären (Phagozyten vernichten Fremdzellen) Leucozytenaktivität.

Dieses Vitamin ist empfindlich gegen Sauerstoff und verträgt weder Hitze noch längere Lagerung. Durch Kochen gehen ca. 40% verloren. Zur Haltbarkeit der Vitamine allgemein kann man also sagen, dass es viel darauf ankommt, mit wie viel Grad die Hundenahrung bei der Produktion erhitzt wird. Die sogen. „Selbstkocher“ machen sich zwar sehr viel Mühe und Arbeit, es ist jedoch nicht gegeben, ob nicht das Futter zu hoch erhitzt wird und somit der größte Teil der Vitamine zerstört wird. So schonend, wie Hundenahrung hergestellt wird, kann man zuhause „am häuslichen Herd“ kein Hundefutter zubereiten. Grundsätzlich sollte man bedenken, dass sich der Gehalt an natürlichen Vitaminen – je nach Herstellung (Hitze schädigt) und Verpackung (Vitamine sind lichtempfindlich) - im Laufe der Zeit abbauen.

 

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Copyright: Galina Roth Tierärztin






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