Die Ursachen, wenn der Hund Durchfall hat

Die Definition von Durchfall ist:  Vermehrung der Menge des Wassergehalts und der Häufigkeit des Absatzes des Stuhls mit oder ohne Gasansammlungen im Darm. Hunde mit chronischem Durchfall sind die häufigsten Patienten in meiner Kleintierpraxis. Zunehmender Verlust an Körperflüssigkeit durch den Durchfall macht den Hund immer schlapper. Es droht Herzversagen, wenn man nicht gegensteuert. Die Ursachen des Durchfalls sind sehr vielfältig.

Hat der Hund eine Durchfallerkrankung, muss sie schnell behandelt werden.



Durchfall beim Hund ist eine Veränderungen der Darmtätigkeit

Eine verminderte Wasseraufnahme in Dünn-, Dick- oder dem gesamten Darm. Die Darmzotten können in diesem Falle angegriffen werden, diese können das Wasser aus dem Darminhalt nicht aufnehmen. Eine erhöhte Sekretion (Ausscheidung) - besonders im Dünndarm - kommt vor bei überreiztem Sympathicus - Nervensystem. Dabei handelt es sich um eine angeborene (rassebedingten) Schwäche. Störungen in der Darmperistaltik (Bewegung des Darms). Auch hier liegt eine angeborene Sympathicus - Nervensystem - Überreizung vor.
Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) oder Mangel an Verdauungsfermenten seitens der Bauchspeicheldrüse.


Allergien. Auch Darmschleimhäute, nicht nur Augen- und Nasenschleimhäute, können allergische Reaktionen zeigen. Es handelt sich um Futtermittelunverträglichkeit oder allergische Reaktionen gegen bestimmte Stoffe im Futter.


Übermäßige Tagesrationen bei der Fütterung

Das gesamte Verdauungssystem wird dann überlastet. Zur ersten Durchfallerkrankung gehören die sogen. diätischen Durchfälle . Es handelt sich dabei um nichtentzündliche Durchfälle. Wenn die Hunde z. B viel Kohlenhydrate durch die Fütterung erhalten, entstehen nach der Aufspaltung dieser Kohlenhydrate eine größere Anzahl von Fettsäuren, welche wiederum große Mengen Wasser bilden. Diese „Verbindung“ von Fettsäuren und Wasser kann der Darm nicht aufnehmen, der Stuhl wird flüssig.

 

Dem Körper geht das Wasser durch das vermehrte Angebot von Kohlenhydraten über den Darm in Form von Durchfall verloren. Der Darm ist nicht in der Lage, diese Verbindungen durch die Darmschleimhaut aufzunehmen. Hier wäre eine Korrektur der Fütterung erfolgreich. Die Kohlenhydrate müssen reduziert werden. Aber das ist noch nicht alles. Es gibt aber auch eine andere Form von chronischen Durchfällen, bei welchen der Darm nicht in der Lage ist, das Wasser aufzunehmen /zu resorbieren.


Zur zweiten Art von chronischem Durchfall beim Hund gehören:

Diejenigen, welche mit folgenden Störungen einhergehen: Sekretorische Störungen: Es gelangt vermehrt Wasser aus dem Blut in den Darm. Dieser vermehrte Übergang vom Wasser aus dem Blut kann nach Schädigung des Darmes durch Viruskrankheiten, z.B. Coronaviren, entstehen. Es wird mehr Wasser ausgeschieden, als aufgenommen werden kann. Es besteht Austrocknungsgefahr. Eine Störung im Lymphfluss des Darmes kann auch solche chronischen Durchfälle verursachen, z. B. nach einer Entzündung.


Die dritte Art einer Durchfallerkrankung:

Welche Bedeutung eine Störung der Darmperistaltik (Bewegung des Darms) als Ursache eines Durchfalls haben kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es ist aber bekannt, dass es Hunde gibt, die auf Grund von Aufregungen (Angst , Freude, Stress) immer mit Durchfällen reagieren. Diese Art von Durchfällen benötigen eine genaue Abklärung , denn es liegt an einer Überreizung des Sympathicus – Nervensystems, die Durchfälle kommen immer wieder. Tiere von diesem Typ sind recht unruhig, nervös, leicht erregbar. Sie neigen auch zu Hypertonie (Bluthochdruck), Schilddrüsenüberfunktion, unruhigem Schlaf, Arthritis, Diabetes u.a.


Nach der Chinesischen Lehre, „die Organsprache des Darmes“, wurde bekannt, dass chronisch-blutige Durchfälle – Colitis ulcerosa - eine psychische Ursache haben: - Bedürfnis nach Zuwendung,- depressive Verstimmung,- leicht gekränkt,- übermäßige Selbstlosigkeit.

Die Symptomatik bei solchen Durchfälle ist: Leibschmerzen, Durchfälle mit Blut und akuter starker Erschöpfung. Chronische Durchfälle , die als Ursache eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) haben, sind keine Seltenheit. Deswegen soll etwas näher darauf eingegangen werden: Im akuten Fall verläuft diese Art des Durchfalls, der immer mit weicher werdendem Stuhl einher geht, folgendermaßen vor sich: der Stuhl wird immer heller und voluminöser, mit sichtbaren Fetttröpfchen an der Oberfläche. Deswegen „glänzt“ dieser Stuhl. Auf Grund der Fehlverdauung beginnt der Stuhl zu „zerfließen“, er ist nie geformt und riecht mitunter bestialisch.

Unser vierbeiniger Freund verändert sich. Der Hund wird zunehmend hinfällig, apathisch, lustlos und beginnt wegen Kreislaufstörungen zu schwanken. Der Hund verliert an Gewicht und wird zunehmend schlapper. Der Bauch ist gespannt. Andere Ursachen sind auch eine Entzündung der Leber oder des Dünndarms. Leberentzündungen greifen immer den Darm an. Überhaupt bei Durchfällen sind alle Verdauungsorgane sekundär geschwächt, auch wenn die Ursache zuerst in einem dieser Organe selbst liegt. Allergische Reaktionen seitens der Leber werden immer häufiger durch Lebensmittelunverträglichkeit (sprich: chemische Zusätze , Konservierungsstoffe usw.) ausgelöst. Diese führen ebenfalls zu chronischen Durchfällen. Durch Impfungen wird die Leber weniger von Viruskrankheiten befallen, aber immer häufiger erkrankt diese durch Fütterungsfehler. 

Wie kann man dem Hund noch helfen? Die normale Darmflora sorgt dafür, dass krankmachende Darmbakterien keine Lebensbedingungen in Darm bekommen. Viele Hunde bekommen viel zu viel Futter, weil sie angeblich nicht satt zu kriegen sind. Das kann aber die normale Darmflora überstrapazieren – kaputtmachen. Der Weg für die krankmachenden Bakterien im Darm ist somit offen. Es können bakterielle Durchfälle immer wieder erneut auftreten. Hier ist eine Darmsanierung durch Pasten (erhältlich in jeder Tierarztpraxis) und eine normale Menge der Fütterungstagesration ausreichend, um den Darm zu sanieren und stabilisieren.

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